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Danse maskabre
Existentielle Komödie am Abgrund des Orchestergrabens
Für einen Abend heben die Maskenspieler den Deckmantel des Anstands und der Contenance. Sie lenken den Blick auf die Seiten des Lebens, die keiner gerne zeigt. Mit eindrücklichen, ruhigen Bildern schaffen sich Verzweiflung, Ängste und Scheitern Raum.
Den Maskenspielern gelingt es, der zu erwartenden morbiden Stimmung ein liebevolles und mitunter sogar komödiantisches Lächeln entgegenzuhalten, das die Zuschauer trotz der persönlichen Betroffenheit zum Lachen verführt.
Das Stück endet in einem makaber-fröhlichen Tanz, der scheinbar die Wogen glättet, aber nicht vergessen lässt, was in der zurückliegenden Stunde mitzuerlebt wurde.
Die Inszenierung überzeugt durch ein gelungenes Ineinandergreifen kleiner Szenen, die der Zuschauer selbst zu einer Geschichte verbindet. Die eigens für das Stück komponierte Musik unterstreicht das Spiel der Masken. Das reduzierte Bühnenbild und der Verzicht auf üppige Requisiten stellen die schauspielerische Leistung in das Zentrum.
Einer Unterscheidung, ob hier behinderte oder nicht-behinderte Schauspieler die Masken zum Leben erwecken, kommt keinerlei Relevanz zu. Klar ist, dass hier Maskenspieler mit besonderen Fähigkeiten agieren.
Idee und Entwicklung: Lille May, Viktoria Tesar, Andreas Meister
Musik: Norbert Ellrich
Regie: Andreas Meister
Pressestimme: Sinnlichkeits-Ofensive bei Blaumeier
Im Schrank geht´s zur Sache: "Danse Maskabre" ist die künstlerische Frucht eines neuen, eigenen Thetaerraums.
(...) Regisseur Andreas Meister stellt drei Schränke in den dunklen raum: Abwechselnd öffnen sich Türen, in strenger räumlicher Begrenzung entwickeln die Figuren ihre Geschichten. Ein Dirigent müht sich mit einem imaginären Orchester ab, um anschließend von einer schwarzbestrumpften Tangotänzerin über die künstlerischen Misserfolge hinweggetröstet zu werden, ein pianistenartiges Wesen muss sich der zunehmenden Unkontrollierbarkeit seiner Klaviermaschine erwehren. In diesem Flügelaltar-ähnlichen Setting werden die Masken zu Kristallisationspunkten eigentümlicher Emotionen. (...)
Henning Bleyl, taz 22.10.08









